Die Ironcore-Flachlinearmotoren der Baureihe L/LK überwachen die Wicklungstemperatur mit in die Wicklungen eingebetteten PTC-Thermistorsensoren. Diese Seite beschreibt die Sensorkonfiguration der Baureihe, ihre Widerstands-Temperatur-Kennlinie und die Schwellwerte, die in der SPS für Warnung, Alarm und Hardware-Backup-Auslösung eingestellt werden müssen.
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Die Sensorkette besteht aus zwei PTC140 und einem PTC600 in Reihe geschaltet, die in den Motorwicklungen eingebettet sind:
Da die drei Elemente in Reihe geschaltet sind, ist der gemessene Widerstand die Summe der drei Anteile — die SPS liest einen einzigen Wert und unterscheidet alle drei Schutzebenen über Schwellwerte.
| Leitung | Farbe |
|---|---|
| Schutzleiter | grün–gelb |
| PTC-Kette (2× PTC140 + 1× PTC600) | weiß / braun |
Die Kennlinie ist by Design nichtlinear:
Dadurch können dieselben zwei Adern drei unterschiedliche Schutzebenen übertragen.
In der Praxis zeigt die Kurve einen linearen Verlauf bis ≈ 115 °C Wicklungstemperatur — die Kurve ist die des PTC600, der die Reihe dominiert. Oberhalb dieser Temperatur kommen die 2 × PTC140 zum Zug, deren Kennlinie schalterartig ist: der Widerstand steigt sehr schnell.
Die Konfiguration bezieht sich auf den Analogeingang einer Siemens ET 200SP Station — Modul 6ES7134-6JD00-0CA1 (AI 4xRTD/TC 2-/3-/4-wire HF).
Die ET 200SP ist das modulare dezentrale I/O-System von Siemens: die I/O-Station wird direkt an der Maschine montiert und über PROFINET mit dem Controller verbunden. Das 6ES7134-6JD00-0CA1 ist der 4-Kanal-Analogeingang in High-Feature-Ausführung für Widerstandsthermometer (RTD), Thermoelemente, Widerstände und Spannung — Auflösung bis 16 Bit, mit kanalweis konfigurierbarem Messart, Störfrequenzunterdrückung und Smoothing, zudem kanalweiser Diagnose.
Den Analogeingang wie folgt konfigurieren:
| Parameter | Einstellung |
|---|---|
| Messart | Resistor (2-wire) |
| Messbereich | 6000 Ω |
| Störunterdrückung | 50 Hz |
| Smoothing | mittel oder hoch |
Den Modus „PTC“ nicht verwenden: er ist für Kaltleiter Typ A nach DIN/VDE 0660-302 ausgelegt, also für eine einzige Auslösung. Für diese Kette ist die Ohm-Ablesung mit 6000-Ω-Bereich erforderlich — sie liefert auch den linearen Teil der Kennlinie.
| Stufe | Temperatur | Typischer Reihenwiderstand | SPS-Schwellwert | Rückkehrhysterese |
|---|---|---|---|---|
| Warnung | 110 °C | ≈ 1240 Ω | 1240 Ω | 1200 Ω |
| Alarm | 130 °C | ≈ 1650 Ω | 1650 Ω | 1550 Ω |
| PTC140-Auslösung (Hardware-Backup) | ≈ 140 °C | ≈ 3000 Ω | 3000 Ω | 1800 Ω |
R := INT_TO_REAL(raw) * 6000.0 / 27648.0; // Bereich 6000 Ω
IF raw >= 32000 OR R < 300.0 THEN // Überbereich / Leiterbruch / Kurzschluss
fault := TRUE; // Sensorfehler, kein Temperaturfehler
END_IF;
// Entprellung ca. 2 s, dann:
IF R >= 1240.0 THEN warn := TRUE; END_IF;
IF R <= 1200.0 THEN warn := FALSE; END_IF;
IF R >= 1650.0 THEN alarm := TRUE; END_IF;
IF R <= 1550.0 THEN alarm := FALSE; END_IF; // besser mit manueller Rücksetzung
Der Rohwert wird auf den 6000-Ω-Bereich skaliert (27648 = Nennendwert eines Analogeingangs vom Siemens-Typ). Der Sensorfehler (Überbereich, Leiterbruch oder Kurzschluss) wird getrennt von den Temperaturstufen gemeldet: er darf nicht mit einem thermischen Alarm verwechselt werden. Der Alarm sollte besser mit manueller Rücksetzung im HMI gehandhabt werden.